Südafrika – der Nordosten

22.07. – 14.09.2007
54 Nächte
11'478 km
3 Länder

Johannesburg – die grösste Stadt Südafrikas

Unsere Reise geht weiter durch den Golden Gate Highlands National Park. Besonders in der Abenddämmerung leuchten die hohen Sandsteinfelsen im Grasland. Mit den vor erst wenigen Tagen erlebten Eindrücken aus Lesotho, wo sich unseres Erachtens die Zeit kaum vorwärtsbewegte, erreichen wir die Millionenstadt Johannesburg. Ein Kontrast zum Erlebten, aber auch eine Stadt mit extremen Gegensätzen. Für uns ist die Stadt ein Ort um intensiv in die Geschichte der Apartheid einzutauchen und mehr über diese dunkle Zeit zu erfahren. Gerade das Apartheid Museum zeigt uns die Thematik von den frühen Anfängen 1948 bis zum Ende 1994 auf. Einerseits ist dieser Teil der südafrikanischen Geschichte spannend, stimmt uns aber auch sehr nachdenklich. In diesem Zusammenhang erkunden wir wohl das berühmteste Township Afrikas, Soweto.


Auf den Spuren der Big Five

Mit vielen Eindrücken verlassen wir die farbenfrohe, lebhafte Grossstadt. Um uns herum wird es wieder ruhiger und ländlicher. Unsere Fahrt durch die Provinz Limpopo ist keineswegs langweilig. In dieser Gegend kommen wir vorbei an üppigen Orangen-, Zitronen-, und Bananenplantagen sowie an zahlreichen Ständen am Strassenrand, bei welchen das hoffrische Obst und Gemüse verkauft wird. Zudem steigt Kilometer um Kilometer unsere Vorfreude und Spannung. Werden wir sie antreffen?

Mit einem Kribbeln im Bauch erreichen wir den berühmten Krüger National Park. Genau dort wollen wir uns auf die Suche nach den „Big Five“ und ihren Gefährten machen. Das grösste Wildschutzgebiet Südafrikas begeistert uns mit seiner Artenvielfalt und dem Wechsel von Grasland, Büschen und Bäumen. Deshalb verweilen wir dort länger als geplant.

Zuerst zieht es uns nordwärts Richtung Punda Maria. Bereits nach kurzer Zeit sehen wir Giraffen, Zebras, Springboks, Büffel- und Elefantenherden sowie einen Weisskopfseeadler und viele weiteren Tiere. Der Park hat zahlreiche Flüsse. An deren Ufern nehmen wir uns Zeit zum Beobachten und Entdecken. Die Vielfalt der Natur und die Tiere sind einfach hinreissend. Bei Dämmerung bekommen wir sogar zwei Geparde im Dickicht zu Gesicht. Kurz vor dem Sonnenuntergang stellen wir unser Zelt im Camp bei Punda Maria auf, entfachen ein Lagerfeuer und lauschen in die Natur.

Nachdem wir den Norden des berühmten Parks erkundet haben, zieht es uns Richtung Süden. Es wird trockener, weitläufiger und sandiger. Die Gegend wird zunehmend zur Savanne. Affen, Tüpfelhyänen, Nilpferde, Strausse, Krokodile und viele weitere Tiere lassen sich heute beobachten. Nicht nur das Anschauen der Tiere ist spannend, auch unser Adrenalinhaushalt wird etwas durcheinander gebracht. Am Strassenrand steht einer dieser grauen Dickhäuter. Langsam und vorsichtig nähern wir uns dem Elefanten. Doch dieser schätzt unsere Nähe gar nicht und sagt Chicolino den Kampf an. Tobi rettet uns, indem er den Rückwärtsgang einlegt und so schnell wie möglich das Weite sucht. Glück gehabt!

Die grossen Fünf, Elefant, Nashorn, Büffel, Leopard und Löwe, faszinieren schon allein durch ihre Grösse und ihre Kraft. Ihre Masse und Geschwindigkeit kann Angst einjagen. Früher lebten die „Big Five“ auf dem afrikanischen Kontinent in der Wildnis. Heute sind sie leider oft nur noch in den grossen Nationalparks mit weitläufigen Weide- und Jagdgebieten anzutreffen. Trotzdem sind wir noch nicht ganz fündig geworden. Die imposanten, mächtigen Elefanten beobachten wir in grossen Herden. In der offenen Steppe finden wir weitere Dickhäuter – die Nashörner. Genau genommen, Breitmaulnashörner mit ihren rechteckigen Lippen zum Grasen. Schlussendlich tauchen auch öfters grosse Büffelherden vor uns auf. Gewisse Herden schätzen wir auf über 100 Tiere. Ab und zu begegnen wir aber auch einem einsamen Bullen. Nur wo bleibt denn der Löwe und der Leopard?

Wir reizen unseren Aufenthalt im Krüger National Park bis auf die letzte Sekunde aus. Mit etwas überhöhter Geschwindigkeit verlassen wir das Wildschutzgebiet über die Crocodile Bridge und suchen uns ein Backpacker in der Nähe. Angetan von den Erzählungen des Backpackerbesitzers über ein Löwenrudel in der Nähe von Lower Sabie entscheiden wir uns ohne zu zögern bei Tagesanbruch noch einmal in den Park aufzubrechen und nach den Königen der Tiere zu suchen. Kaum zu glauben, noch vor dem Mittag treffen wir am Strassenrand im Schatten eines Baumes auf ein Löwenpaar. Wir lassen uns Zeit diese prächtigen Tiere zu beobachten.


Der Blyde River Canyon

Wir setzen unsere Fahrt durch die hüglige Landschaft der Provinz Mpumalanga fort und geniessen weite Ausblicke in die Ebene. Unterwegs auf der Panoramastrasse kommen wir vorbei an freistehenden Granitsäulen, die aus einer bewaldeten Schlucht ragen und Wasserfällen, welche über steil abfallende Felskanten stürzen. In den nördlichen Drakensbergen hat der Blyde River einen grandiosen Canyon geschaffen. Wir kurven weiter bis zur Einmündung des Treur River in den Blyde River. Zu Fuss erkunden wir ein Stück des Blyde River Canyon. Durch die Erosion des fliessenden Wassers und durch die Bewegung von Steinen in Strudeln sind tiefe Strudellöcher und Rillen in den Fels geschliffen worden. Es ist eine faszinierende Gegend.


Das Königreich Swasiland

Nach einer rund 40 km langen, anstrengenden Passfahrt auf einer Piste, welche zwischendurch kaum mehr einem Pfad ähnelt, überqueren wir auf der Passhöhe die nächste Grenze und erreichen das Königreich Swasiland, ein kleiner Binnenstaat im südlichen Afrika. Hier bewegt sich jeder frei und ohne Regeln auf der Strasse, selbst Kühe, Ziegen und Affen verweilen gerne hier.

Bereits in der Abenddämmerung sehen wir wie die Wolken aufziehen. Blitz und Donner halten uns die halbe Nacht wach. Am Morgen ist die Gegend nass und nebelverhangen. Was wir hier zu Gesicht bekommen, ist nicht viel. Hauptsächlich sehen wir Kinder. Einige haben aus alten Dosen oder einem Stück Draht ein Spielzeugauto gebastelt und spielen damit auf der Schnellstrasse. Nachdem wir in Lavumisa mit einem Stempel mehr im Pass zurück nach Südafrika kommen, freuen wir uns bereits auf den Indischen Ozean.

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