Kasachstan

10.06. - 24.06.2014
14 Nächte
2'235 km

Eine weitere ehemalige Sowjet-Republik

Ausserhalb der Hügelzüge und der Gebirgsketten entlang den südöstlichen und östlichen Grenzen, ist das neuntgrösste Land der Welt ziemlich flach. Baumlose Steppen, Halbwüsten und Wüsten strecken sich von Norden nach Süden quer durch das dünn besiedelte Land. Nach dem Kollaps der Sowjetunion entwickelt sich Kasachstan durch die grossen Öl-, Erdgas- und Mineralienvorkommen zur wirtschaftlich erfolgreichsten Nation Zentralasiens.


Südostkasachstan

Nach der kirgisisch-kasachischen Grenze im Karkara Valley holt uns schliesslich der heisse zentralasiatische Sommer ein. Auf einen Schlag können die langen Hosen mit den kurzen getauscht und die Regenjacken im Schrank versorgt werden. Die ersten Schweissperlen auf den Stirnen werden sichtbar, als wir durch den Seitenarm des Charyn Canyons wandern. Inmitten der Steppe hat der Fluss Charyn sich tief nach unten gefressen und farbenfrohe Steinformationen hinterlassen. Nicht umsonst wird der Canyons das Tal der Schlösser genannt. Die auftürmenden Felsen und Steine erinnern an Burg- und Schlosstürme; ein wahres Naturspektakel.

Vom Charyn Canyon geht die Fahrt weiter nach Almaty, eine Stadt, auf die wir uns sehnlichst freuen. Dorthin sollen nämlich unsere aus Deutschland bestellten Ersatzteile für Mannys Hubdach geliefert werden. Vielleicht sind sie ja schon da… In der vom Gefühl her schon fast europäischen Stadt, mit Cafés, Einkaufszentren, feinen Restaurants, Boutiquen und grünen Stadtparks, verbringen wir viel Zeit mit der kasachischen Zollabfertigung. Nach drei Tagen sind wir im Besitz unseres Pakets und Mannys Dach kann repariert werden. Endlich wieder mehr Platz beim Schlafen!

Beim Altyn-Emel Nationalpark besichtigen wir die „Singenden Dünen“. Die Parkranger bestehen darauf, dass wir einen Führer mitnehmen. Da Manny jedoch bloss zwei Sitzplätze hat, begleitet Irland, unser Führer, uns mit dem Motorrad. Während der Motor seines russischen Motorrads ständig überhitzt, kommen wir nur langsam durch die Steppe. So bleibt Zeit bei kleinen grünen Oasen zu verweilen und vorbeiziehende Gazellen zu beobachten.


Ostkasachstan

Gerne möchten wir nach Astana in die neue Hauptstadt Kasachstans. Das heisst für uns jedoch mehrere Fahrtage, denn eine Distanz von über 1500 km quer durch die Steppe ist zurückzulegen. Astana löste 1997 Almaty als Hauptstadt ab. Einst ein mittelgrosses Städtchen wurde auf Wunsch des Präsidenten in eine moderne, futuristische Grossstadt umgebaut.

Die ersten hundert Kilometer der zurückzulegenden Strecke sind musik- und gesprächstauglich. Anschliessend ist Konzentration und Fahrkönnen gefragt. Als die Schlaglöcher, der gefalzte Asphalt und das rapide abgenommene Fahrtempo kaum mehr zu ertragen ist, entscheiden wir uns gegen Astana und lassen uns auf ein freudiges Off-Road-Spektakel vor Semey ein. Nach Tagen in der Steppe möchten wir unser Übernachtungslager beim See, welchen wir auf der Karte in der Nähe von Semey entdeckt haben, aufschlagen. Nun ja, das Seebecken ist von weitem sichtbar, aber das Wasser wohl schon länger verschwunden. Erst nach Semey nahe der russischen Grenze wird es wieder grüner. Flüsse, Seen und Wald zieren die Umgebung.

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